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Ratgeber · Ursachen

Aufsteigende Feuchtigkeit: warum Mauern von unten nass werden

Die häufigste Ursache feuchter Wände im Altbau ist Wasser, das aus dem Erdreich in der Mauer aufsteigt. Hier lesen Sie, wie das passiert, woran Sie es erkennen – und welche Sanierungswege es gibt.

Die Ursache: eine fehlende oder gealterte Sperrschicht

Neubauten werden gegen das Erdreich abgedichtet, damit kein Bodenwasser ins Mauerwerk gelangt. Bei Gebäuden aus der Zeit vor etwa 1960 fehlt diese Sperrschicht oft ganz; bei jüngeren ist sie über die Jahrzehnte häufig spröde und undicht geworden. Das Wasser aus dem Boden hat dann freie Bahn.

Mauerwerk wirkt dabei wie ein Schwamm: Es ist von feinsten Röhrchen durchzogen, den Kapillaren, in denen Wasser gegen die Schwerkraft nach oben klettert. Je feiner die Kapillare, desto höher – bei einem Durchmesser von einem hundertstel Millimeter sind physikalisch bis zu 14,8 Meter Steighöhe möglich. Deshalb bleibt das Problem selten im Keller: Aufsteigende Feuchtigkeit kann bis ins Erdgeschoss und darüber hinaus reichen.

Woran Sie aufsteigende Feuchtigkeit erkennen

Das typischste Merkmal ist eine horizontale Feuchtegrenze im unteren Wandbereich: Die Wand ist unten dunkel, verfärbt oder beschädigt, darüber trocken – mit einer mehr oder weniger geraden Linie dazwischen. Dazu kommen die bekannten Schadensbilder: modriger Geruch, Salzausblühungen, abplatzender Putz und Schimmel im Sockelbereich. Eine Übersicht mit allen fünf Warnzeichen finden Sie im Artikel Feuchte Wände erkennen.

Wichtig: Nicht jede feuchte Wand hat diese Ursache. Kondenswasser, drückendes Hangwasser oder defekte Leitungen erzeugen andere Muster. Ob es wirklich aufsteigende Feuchtigkeit ist, klärt nur eine Messung am Objekt – bei extracom als kostenlose Gebäudeanalyse, bei der die Mauerfeuchte in Gewichtsprozent bestimmt wird.

Die Sanierungswege im Vergleich

Gegen aufsteigende Feuchtigkeit haben sich drei grundsätzlich verschiedene Ansätze etabliert. Alle drei können funktionieren; sie unterscheiden sich vor allem im Eingriff ins Gebäude und im Aufwand.

Mechanische Horizontalsperre (Mauersägeverfahren)

Die Mauer wird abschnittweise aufgesägt und eine neue Sperrschicht eingeschoben. Das wirkt zuverlässig, ist aber der grösste Eingriff: eine Baustelle mit Lärm, Staub und Erschütterung, die in die Statik eingreift und entsprechend kostet. Bei dicken Bruchstein- oder Mischmauerwerken ist das Verfahren zudem oft gar nicht durchführbar.

Chemische Injektion

Über Bohrlöcher wird ein Dichtmittel ins Mauerwerk gepresst, das die Kapillaren verschliessen soll. Der Eingriff ist kleiner als beim Sägen, aber die Wirkung hängt stark davon ab, wie gleichmässig sich das Mittel im (bereits nassen) Mauerwerk verteilt – und es gelangt Chemie in die Bausubstanz.

Elektrophysikalische Entfeuchtung (EDS)

Das Electronic Dry System arbeitet ganz ohne Eingriff in die Bausubstanz: Ein kompaktes Gerät erzeugt präzise modulierte, niederfrequente elektromagnetische Impulse. Dieses schwache Feld verändert die elektrokinetischen Kräfte im Mauerwerk und lenkt die Wassermoleküle kontinuierlich zurück ins Erdreich – die kapillare Saugfähigkeit wird unterbunden, die Mauer trocknet aus. Die Installation dauert ein bis zwei Stunden, das System arbeitet geräuschlos und wartungsfrei und eignet sich für alle gängigen Mauerwerksarten von Ziegel über Natur- und Sandstein bis zu Mischmauerwerk und Beton. Die Technologie ist baubiologisch getestet.

Und weil ein Verfahren ohne Baustelle erklärungsbedürftig ist, macht extracom den Erfolg messbar: An zwei bis drei Stellen werden Messpunkte gesetzt, die Ausgangswerte protokolliert und nach sechs und zwölf Monaten an denselben Stellen nachgemessen. Wird der vereinbarte Zielwert nicht erreicht, greift die 100-Prozent-Geld-zurück-Garantie. Auf das Gerät selbst gibt es zudem fünf Jahre Herstellergarantie mit Verlängerungsoption.

Was kostet welcher Weg?

Die Preisunterschiede sind erheblich – vom fünfstelligen Baustellenprojekt bis zum installierten Gerät zum Fixpreis. Einen ehrlichen Vergleich mit realistischen Frankenbeträgen finden Sie auf der Seite Kosten der Mauertrocknung.

Häufige Fragen

Verschwindet aufsteigende Feuchtigkeit irgendwann von selbst?
Nein. Solange die Sperrschicht fehlt, liefert das Erdreich Wasser nach – unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Trockene Sommer können das Schadensbild vorübergehend mildern, die Ursache bleibt bestehen und der Schaden wächst über die Jahre weiter.
Hilft ein Sanierputz gegen aufsteigende Feuchtigkeit?
Sanierputz kann Salze aufnehmen und das Schadensbild eine Zeit lang kaschieren, behandelt aber nur die Oberfläche. Das Wasser steigt dahinter weiter auf. Sinnvoll ist Sanierputz als letzter Schritt, nachdem die Mauer tatsächlich getrocknet ist.
Funktioniert die elektrophysikalische Entfeuchtung bei jedem Mauerwerk?
Das EDS-System eignet sich für alle gängigen Mauerwerksarten: Ziegel, Naturstein, Sandstein, Mischmauerwerk und Beton. Voraussetzung ist, dass tatsächlich kapillar aufsteigende Feuchtigkeit vorliegt – genau das prüft die kostenlose Gebäudeanalyse vorab. Liegt eine andere Ursache vor, sagen wir das ehrlich.
Wie lange dauert die Trocknung?
Der Standardprozess ist auf zwölf Monate angelegt, mit protokollierten Nachmessungen nach sechs und zwölf Monaten. Wie schnell die Werte sinken, hängt von Mauerdicke, Material und Ausgangsfeuchte ab – die Messpunkte machen den Verlauf jederzeit nachvollziehbar.
Porträt von Martin Jerg
Fachlich geprüft von Martin Jerg

Inhaber und Geschäftsführer der extracom GmbH. Berät, montiert und misst selbst – und war vor der Firmenübernahme jahrelang extracom-Kunde in den eigenen Liegenschaften.

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